Close

Personalentwicklung Regina Göpfert

Personalentwicklung Regina Göpfert
Angst vor einer Berufsentscheidung? Wie wärs mit Mut?

Klare und motivierende Worte kommen von Clemens Scheuchenstuhl für alle Jugendlichen!

Seid mutig, folgt eurem Herzen und seid achtsam mit euren Talenten. Oft sieht man es als selbstverständlich, was man gut kann, dabei sind genau unsere Talente das „Salz in der Suppe“, das gewisse Etwas oder einfach gesagt unser persönliches Merkmal.

Was macht dich einzigartig und was kannst du besonders gut? Ein Job darf Freude machen und wie es Clemens so schön auf den Punkt bringt: „ Du musst deinen Job nicht für den Rest deines Lebens machen“. Durchhaltevermögen brauchst du trotzdem, egal welchen Weg du einschlägst. Denn Übung macht den Meister und alles worin wir besser werden, schafft Sicherheit. Darum darf man sich für jede Ausbildung aus vollem Herzen entscheiden und auf das eigenen Bauchgefühl hören, denn dann stimmt das Ergebnis.

Clemens Scheuchenstuhl weiß wovon er spricht. Er hat die HTL in Leonding mit dem Schwerpunkt Medizintechnik im dritten Jahr abgebrochen und sich für eine Lehre als Bankkaufmann bei der Raiffeisenbank in Gallneukirchen/Katsdorf entschieden. Mittlerweile hat Clemens die Lehre schon abgeschlossen und ist bei der Raiffesen in Katsdorf tätig.

Clemens ist in Mauthausen aufgewachsen und hat daran schöne Kindheitserinnerung, von der Volksschule bishin zum Europagymnasium in Baumgartenberg –  hatte er stets eine abwechslungsreiche Schulzeit. 

Besonders waren auch die Sommercamps in Obertauern, die er im Alter von 8–15 Jahren für 2 Wochen besuchte. Ausgiebige Fahrradtouren, Wandern, extrem coole Gemeinschaftsspiele, all das waren stärkende Unternehmungen aus dieser Zeit.

Heute ist Clemens immer noch sportlich aktiv, schafft es Beruf und Freizeit gut unter einen Hut zu bringen. Wesentlich ist für ihn, dass er seinen beruflichen Weg authentisch verfolgen kann und dabei stets etwas Neues lernt. Diese Erfahrung möchte er gerne an andere Jugendliche weitergeben, die noch unsicher sind in ihrer Berufsentscheidung und andere bestärken, die ihren Job oder ihre Schulausbildung schon gefunden haben.

Clemens Scheuchenstuhl, Christina Grössbacher, Valentin Hackl

 

Was hat dir geholfen, deine Stärken zu finden?

Damit man seine Stärken findet, benötigt man keine Zauberformel. Mir hat sehr geholfen, nicht zu sehr auf andere zu hören, sondern stattdessen mehr auf mich selbst zu achten, denn die größten Stärken stecken in einem selbst. Das wichtigste dabei ist Achtsamkeit! Gehe achtsam durch den Alltag und achte darauf, was kann ich gut, was macht mir Spaß, woran erfreue ich mich… Denn oft ist man blind für seine eigenen Stärken, da man diese als selbstverständlich ansieht. Man ist es gewohnt, manches gut zu können und geht davon aus, dass dies andere auch gut können. Es wird keiner kommen und sagen: Das kannst du besonders gut, da musst du gefördert werden. Das muss man schon selbst umsetzen!

Suche dir Menschen, die sich für den gleichen Bereich wie du interessieren! Nutze die Chancen von Social Media und Internet.
clemens
Clemens Scheuchenstuhl

 

Was sind Talente für dich?

Talente sind für mich Stärken, die von Geburt an in uns schlummern. Jeder Mensch hat ein Talent für etwas. Ein Talent in einem gewissen Bereich gibt dir einen Vorsprung zu anderen. Dabei ist aber wichtig, nicht zu denken: „Das kann ich ja eh schon gut, da brauch ich mich nicht darauf zu konzentrieren“, denn genau das ist der Weg zum Friedhof der Talente. Bei deinem Talent musst du ansetzen, dir Wissen aneignen und es ausleben! Suche dir Menschen, die sich für den gleichen Bereich wie du interessieren, das ist heutzutage mit Social Media und Internet definitiv einfacher, als wärst du vor hundert Jahren geboren. Nutze die Chancen, die unser Zeitalter bereit stellt! 🙂

 Woran können Jugendliche merken, dass sie eine Sache gut können?

Daran, dass diese Sache Spaß macht! Und es ist auch wichtig, dass man diese Sache dann nicht sofort perfekt können muss. Solange es mit Freude passiert, wird man automatisch besser, und was nicht ist, kann noch werden.

 

Was motiviert dich, deinen beruflichen Weg zu gehen?

Die meisten Menschen verbringen den Großteil ihres Lebens mit Arbeit. Deshalb ist es so wichtig, eine gewisse Freude an dem zu haben, was man tut. Mich erfreut es, wenn neue Herausforderungen anstehen. Da darf es auch mal vorkommen, dass man etwas Angst und Bammel davor hat, diese zu bewältigen. Denn genau dies sind meistens die Dinge, bei denen man persönlich über sich hinauswächst, wenn man es dann geschafft hat. Das ist ein unglaublich gutes Gefühl! Außerdem motiviert es mich besonders, mir neues Wissen anzueignen und neue Menschen kennenzulernen, um einen wertvollen Beitrag in der Gesellschaft leisten zu können. Um die Motivation in der Karriere nicht zu verlieren, ist es extrem wichtig, sich immer wieder große und auch kleine Zwischenziele zu setzen und diese aufzuschreiben. 

Was hat dich gestärkt, die HTL abzubrechen und einen vollkommen anderen Weg einzuschlagen?

Ich finde es ist nie zu spät, einen vollkommen anderen Weg einzuschlagen, solange man sich damit identifizieren kann. Leicht war es nicht, da einiges an Gegenwind seitens Familie und Lehrer gekommen ist. Dabei hat mir geholfen, mich darauf zu konzentrieren, was meine Ziele sind, und mich nicht darauf zu fokussieren, was andere von mir erwarten.  Außerdem empfinde ich es nicht so, dass die 3 Jahre in der HTL Verschwendung waren, denn auch dort habe ich meine Erfahrungen gesammelt und es war eine lehrreiche Zeit. Hinzu kommt, dass diese Schuljahre angerechnet wurden und ich die Lehre verkürzt – und somit nach nur zwei Jahren – abschließen konnte.  Zudem weiß ich jetzt, wie und was man in der HTL lernt und auch, auf was es in einer Lehre ankommt. Das ist meiner Meinung nach ein „Plus-Punkt“ in der Lebenserfahrung, für den ich sehr dankbar bin. Außerdem durfte ich in dieser Zeit auch wieder viele neue Menschen kennenlernen – dich einbezogen, liebe Regina – was auch sehr wertvoll ist! 

 

Wie können Eltern ihre Kinder bei der Berufsfindung unterstützen?

Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dem Kind nichts aufzuzwingen, weil man denkt, dieser Weg sei der Beste für das Kind. Denn oftmals entscheiden Eltern für ihre Kinder das, was sie selbst gerne gemacht hätten, ohne darauf zu achten, was das Kind möchte. Natürlich kann dies auch der richtige Weg für das Kind sein ­– muss es aber nicht. Deshalb sollte man sehr viele verschiedene Zweige und Wege in Betracht ziehen. Oder wenn die Eltern im Freundeskreis jemanden haben, der einen Job ausübt, der dem Kind gefällt, dann sollte man sich mit diesem Freund und dem Kind einmal zusammensetzen und sich anhören, was dieser über seinem Job erzählt somit hat das Kind auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Denn Vorstellung und wie es dann wirklich ist, sind oft zwei verschiedene Paar Schuhe. Deshalb sind auch Schnuppertage an Schulen meiner Meinung nach sehr wichtig. Da bekommt man dann wirklich ein Gespür, ob es was ist oder nicht. Zusammengefasst gilt für die Job- oder Schulauswahl: je mehr man sich anschaut, desto besser- und sich dafür wirklich viel Zeit nehmen und dabei möglichst unvoreingenommen sein.

Welchen Tipp hast du für Jugendliche, wenn sie unglücklich sind mit ihrer aktuellen beruflichen oder schulischen Situation?

Wie ich schon gesagt habe, ist es nie zu spät, einen anderen Weg einzuschlagen. Und wenn man 100%ig spürt, dass ein anderer Weg besser ist, dann sollte man auch den Mut haben und Maßnahmen setzen, um diesen Weg einschlagen zu können und auf keinen Fall Angst vor Veränderung haben. Denn wenn du eine Schule oder eine Lehre abgeschlossen hast, heißt das nicht automatisch, dass du dies für den Rest deiner beruflichen Laufbahn machen musst. Und nichts ist unmöglich: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und man bereut später nur die Dinge, die man nicht gemacht hat! Aber das nicht immer alles jeden Tag gleich viel Spaß macht, ist auch klar. Manchmal braucht man auch Durchhaltevermögen und Zuversicht, dann wird Vieles schon von alleine besser. 🙂

Europagymnasium Baumgartenberg
HTL Leonding