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Personalentwicklung Regina Göpfert

Personalentwicklung Regina Göpfert
Elisabeth Mauracher – Ayurveda ist ihre Herzensangelegenheit, ihr Hotel die konsequente Umsetzung

Elisabeth Mauracher hat schon im Alter von 30 Jahren ein Ayurveda-Hotel übernommen. Zu einer Zeit, in der diese indische Heilkunst in Österreich noch keine Wurzeln gefasst hat und als „Spinnerei“ abgetan wurde. Kein Thema für diese Frau, denn sie hat für sich entschieden, was ihr gut tut und ist sich sicher: Was du denkst und was du glaubst, das bist du!Sie ist froh darüber, dass sie den Mut und es sich zugetraut hatte, ein Hotel zu leiten. Die Vision, die sie in sich hat, Schritt für Schritt in die Wege zu leiten.

Ayurveda bedeutet das Wissen vom Leben. Es geht darum, wie man mehr auf seinen Körper, auf sich selbst und seine Bedürfnisse eingeht.

Davon profitieren auch die Lehrlinge in ihrem Hotel.

Eine interessante Story für alle, die an einer Lebensphilosophie interessiert sind, die anders ist.

Elisabeth Maurischer
Elisabeth Mauracher

Wie geht es dir jetzt in dieser Zeit als Hotelierin?

Es gibt Pro und Contra. Wir haben Dinge realisiert, für die man vorher einfach nicht Zeit hatte. Dinge, die die Vorbereitungszeit brauchen, wie zum Beispiel im Bereich Digitalisierung. Dafür hatten wir jetzt Zeit. Es war und ist aber schon herausfordernd. Ich weiß aber auch, dass uns die Menschen brauchen, weil man merkt,  dass die Menschen nicht mehr verbunden sind. Jeder hat sich seine eigene Welt kreiert in der Angst und in der Isolation.

Wie hältst du dich aufrecht? Wie bleibst du mit dir verbunden – mit dir und deinem Ziel?

Ich denke, genau in solchen Zeiten stellt es sich heraus, wie „connected“ du mit dem Universum und mit dir selber bist und wieviel Vertrauen du in dir hast. Ich mache täglich meine Morgenroutine und meine Dankbarkeitsroutine, wo ich den Fokus auf das Positive richte. Wo kann ich denn jetzt das Postive sehen? Wofür bist du heute dankbar? Wir haben jetzt mit den Mitarbeitern im Hotel eine Minidetoxkur gemacht – natürlich mit Abstand. Es war ein tolles Erlebnis. Wir haben uns die Zeit herausgenommen, um uns weiterzubilden oder um selber einmal in das Gefühl zu kommen, dass die Gäste bei uns spüren.

Was ist denn deine Morgenroutine, die dich stärkt? Für Jugendliche ist es oft schwer zu hören, dass es Routinen gibt, die helfen. Warum machst du das?

Meistens ist das Selbstvertrauen bei den Jugendlichen noch nicht da.  Durch gewisse Themen wie zum Beispiel: Perfektionismus oder der ewige Vergleich durch Social Media. Man sieht immer, was die anderen haben oder machen und ist somit immer Zweiter. Jugendliche glauben meist nicht an die eigenen Talente und an ihre Stärken. Das negative Denken nehmen wir viel schneller an, als das postive.

Wie begleitet ihr eure Lehrlinge? Was ist euch wichtig?

Lehrlinge sind uns sehr viel wert. Da geht es auch um die Prägung. In den drei Jahren kannst du ihnen so viel mitgeben. 15-Jährige schätzen das noch nicht so, das wird ihnen erst später bewusst. Das Schöne daran ist, dass sie einen Mehrwert bekommen. Das Wissen, wie man ein gesunden Leben führt und nicht nur ,wie bediene ich einen Computer… , sondern viel mehr für das Leben. Auch, wie man gesund kochen kann. Das Ayurveda ist bei uns jetze eine Lebensphilosophie. Diese gibt dir einfach den Zugang zu einem erfüllten und gesünderen Leben. Ich glaube, das suchen ganz viele. Wenn es passt, bemühen wir uns, dass unsere Lehrlinge auch bei uns bleiben können. Manchen brauchen halt einen nächsten Entwicklungsschritt und wechseln.

Wenn du an deine Lehrlinge denkst – worüber freust du dich, wenn du diese Wachstumserfolge beobachten kannst? Was sind so für dich die Momente als Chefin, wo du merkst, jetzt sind sie den richtigen Weg gegangen?

Jetzt waren gerade unsere Lehrlinge gefordert, weil sie gelernt haben, in die Eigenverantwortung zu gehen. Sie waren ja nicht in Kurzarbeit, sondern normal angestellt und sie durften in Aufgaben hineinwachsen, die im Normalfall jemand anderer machen würde. Das macht schon was mit den Lehrlingen. Man sieht auf einmal, wie sie lernen, in die Eigenverantwortung zu gehen oder einmal selbst etwas in die Hand zu nehmen. Die Persönlichkeiten werden gestärkt, weil sie draufkommen, dass sie mehr können als sie sich zutrauen. Sie wachsen, in dem man ihnen einfach Aufgaben gibt. Das ist zwar manchmal wie ins „kalte Wasser“ zu springen, aber das braucht man, damit man sich herausentwickelt. Wenn es immer jemand anderer macht, dann muss man es ja nicht lernen. Wenn man dann auf einmal muss, dann geht es irgendwie. Man traut ihnen manchmal zu wenig zu. Sie können mehr, wenn sie wollen und wenn sie könnnen! Was sie brauchen, ist Motivation und Lob. Oder auch mal ein Feedback, dass da noch Luft noch oben ist.

Wie ist das bei euch mit der Berufschule?

Mit der Schule generell haben wir zum Glück weniger Probleme. Was ist eine Note schon? Das ist ein Momentzustand. Es kann einmal daneben gehen, das ist normal. Das hängt mit so vielen Faktoren zusammen. Ich glaube, die Schule ist eine Sache, aber wichtiger ist es dann, wie du es im Leben umsetzt. Da ist auch noch das Thema „auswendig lernen“, das ist es nicht, das was bringt, weil man geht nicht gleich ins Tun. Es ist ja so: Wir sind die Wissensriesen und Umsetzungszwerge – ich glaube an dem scheiterts dann oft.

Es geht um die Persönlichkeit. Das ist in den nächsten Jahren das Wichtigste, dass die Jugendlichen eine starke Persönlichkeit entwickeln und auch ihre Talente kennen und mutig sind und vor allem Freude am Leben haben.

Ayurveda Resort Sonnhof

Wie ist es denn dir gegangen, als du so reingewachsen bist als Chefin? Was waren denn Wege, die dich bestärkt haben in deiner Rolle als Führungskraft?

Der Schlüsssel ist man ja selbst! Je mehr du in dir eine Führung hast und du im Reinen mit dir bist, dich so ausrichtest auf das, was dir wichtig ist, dann bestimmt das dein Energiefeld. In deinem Tun, Handeln und in deinen Worten – das ist dann nicht mehr getrennt voneinander, sondern eins. Und je mehr du das in dir integrierst  und lebst, desto mehr geht das dann auf die Mitarbeiter über. Und auch ins Haus… in alles, was du machst. Aber das geschieht nicht von selber. Das ist wie ein Muskeltraining. Das musst du trainineren und dranbleiben. Disziplin und Mut und „ich bleib bei mir – ich zieh das jetzt durch“. Ich habe schon einen Zugang zur Spiritualität. Das gibt mir Kraft und Vertrauen in meinem Leben – das ist mein Schlüssel. Wir sind die Schöpfer unseres Leben – und wenn wir das einmal kapieren, dann haben wir unser Leben selbst in der Hand.

Wie reagieren andere Kollegen auf deinen Einstellung zur Spiritualität?

Vor 10 Jahren haben alle noch gesagt, wir sind Spinner. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich glaube, dass es darum geht, wie du es nach außen bringst. Jeder soll frei entscheiden, was für ihn gut ist. Ich für mich habe entschieden, dass es mir gut tut. Ich bin sicher: Was du denkst und was du glaubst, das bist du.

Wie können Jugendliche sich wirklich stärken, um ins „Tun“ zu kommen? Wie sind deine Tipps für sie, um auf ihrem Weg zu bleiben?

Wichtig ist, dass man sich mit sich selber beschäftigt. Dass man rausfindet, welcher Typ man ist? Man soll sich damit befassen, welcher Mensch man selber ist. Was kann ich gut? Was mache ich gut? Auch zu überlegen, was haben früher die Menschen abgelehnt. Was haben deine Eltern gesagt, was du nicht tun sollst? Das sind meistens die Dinge, die du gut kannst. Wenn deine Eltern sagen: „Red nicht immer so viel, sei doch mal leise“ – dann ist reden wohl das, das du gut kannst. Oder auch einfach einmal groß denken – wenn du zum Beispiel eine Million Euro hast, was würdest du machen? Da kommen ab und zu Dinge auf, die du nie geglaubt hättest.  Das Umfeld ist sehr wichtig. Menschen, die dich unterstützen. Nicht Menschen, die dir ständig sagen, was du nicht kannst. Podcasts anhören, Medidation, viel in der Natur sein… – in dich reinfühlen.

Podcasts – welche fallen dir für Jugendliche ein?

Als erstes fallen mir die Podcasts von Christian Bischof und Laura Malina Seiler ein.

Christian Bischof, ist ein super Podcast um in die Umsetzung zu kommen. Als ehemaliger Sportler liefert er viele förderliche Ansätze, die einem helfen ins Tun zu kommen.

Laura Malina Seiler, ist bekannt für ihre zahlreichen Meditationen in unterschiedlichen Bereichen. Eine starke, inspierende Persönlichkeit.

Thema Internet: Wie geht ihr mit Thema „Social Media“ bei den Lehrlingen um – gibt es ein Handy-Verbot während der Arbeitszeit?

Unsere Mitarbeiter müssen das Handy beiseite legen, weil sie dadurch einfach abgelenkt sind. Sie können mal nachschauen oder auch zurückschreiben – aber sie sollen es nicht neben dem Arbeitsplatz haben, sondern in der Tasche.

Man ist ab und zu in einer Illusion drinnen, wo man glaubt, die anderen haben es alle besser. Man muss ihnen immer wieder bewusst machen, was eigentlich das Positve ist – das sieht man manchmal nicht mehr. Man ist viel zu leicht fokussiert auf das, was man nicht hat. Das gilt nicht nur für Lehrlinge, sondern für Jedermann, da durch Social Media oft ein falscher Eindruck entstehen kann.

Wie würdest du Ayurveda jemanden erklären, der mit dem Thema noch nicht vertraut ist?

Ayurveda bedeutet das Wissen vom Leben. Es geht darum, wie du mehr auf deinen Körper, auf dich und deine Bedürfnisse eingehst. Wie kann ich das wieder ausgleichen, wenn es mir nicht gut geht. Es gibt verschiedene Elemente und je nachdem, welches Element mehr in dir vorherrrscht, das wirkt sich dann auf dich aus. Zum Beispiel Luft-Typen sind eher beweglicher, multitasking, flexibler, haben viele Ideen und sind visionär. Erd-Typen sind fokussiert – eines nach dem anderen. Feuer-Typen sind eher jene, die Dinge umsetzen, also Führungstypen. Kapha-Typ hingegen haben Durchhaltevermögen, Ruhe und Gelassenheit. Wenn man sich mehr mit der Materie beschäftigt, dann ist es wie ein Halt, der dir ermöglicht, dich besser kennen zu lernen und besser zu agieren. Es geht darum, dass du so lebst, dass du im Gleichgewicht bist.

Brauchen wir alle drei Typen in uns – oder leben wir nur einen und es geht uns gut?

Es wäre perfekt, wenn wir alle drei in uns haben. Das aber hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel, wann du geboren bist, in welcher Jahreszeit, um welche Uhrzeit – das wird nach Elementen eingeteilt. Die meisten haben ein oder zwei Elemente in sich. Ich weiß von mir, dass ich Vata und Pitta in mir habe. Ich muss mir dann immer meine Rückziehinsel suchen,  um meinen Kapha zu stärken. Wenn man weiß, wie das Leben so funktionert oder was wir alles in uns haben, dann ist es doch viel leichter, dass man das Leben auf dieser Basis ausrichtet – da hat man dann ja schon ein Grundgerüst.

Wie war damals das erste Jahr als Chefin?

Man hat mehr Verantwortung. Man kann seine Ideen umsetzten und hat die Freiheit, alles so zu gestalten, wie man möchte. Es ist ein großer Schritt – eine große Entscheidung. Es macht natürlich auch Spaß.

Was braucht es, dass man gerne Führungskraft sein möchte und kann?

Es braucht junge Leute in der Führung. Es ist wichtig, dass man sich dessen bewusst ist, was es heißt, eine Führungskraft zu sein. Es ist schon eine Aufgabe. Man lernt sehr viel – aber es gibt auch Situationen, da braucht man eine Elefantenhaut. Du bist dann nicht mehr „Everybody‘s Darling“. Das ist auch nicht deine Aufgabe, sondern es ist vielmehr jene, das Steuer in die Hand zu nehmen und zu sagen wohin es geht – das sind Entscheidungen. Diese Entscheidungen können richtig, aber auch falsch sein – aber diese Verantwortung hat eine Führungskraft. Je besser du führst, desto besser kennst du dich selber. Es muss jeder seinen eigenen Führungsstil herausfinden, weil es nicht nur einen Zugang gibt. Das muss man sich selbst zutrauen! Auch Frauen haben sehr oft das Potenzial dazu, doch viele trauen es sich nicht zu, weil wir in den letzten Jahren immer im Schatten der Männer standen. Es wird jetzt einfach Zeit, dass auch Frauen zeigen, was sie können und ihren Weg gehen können/dürfen.

Es geht um die Augenhöhe. Dass wir gleichwertig sind – auf einer Ebene. Die Frau hat ihre Qualitäten und der Mann auch. Die Frau ist für das Innenleben, für die Software, und der Mann für die Hardware zuständig. Man ergänzt sich einander. Frauen können vieles, aber nicht alles.

Wenn du versuchst, dich in eine Elternrolle zu versetzen – wie kann man Jugendliche gut begleiten?

Im Unterstützen – dass man ihnen die Möglichkeit gibt, sich auszuprobieren. Ihnen ihre Talente zeigt, wenn sie diese selber nicht erkennen. Sie in eine gewisse Richtung „schupft“. Sie motivert fürs Leben. Ihnen verdeutlicht, dass das Leben etwas Schönes ist. Mit ihnen auch Rituale macht. Was ist deine Vision, schreib das mal auf. Den Fokus auf das Positive lenkt und ihnen das dann auch zutraut.

Wie geht das mit Jugendlichen, die das nicht so vorgelebt bekommen? Wie kann man jene motivieren, die nicht in so einem „gesunden“ Rahmen heranwachsen?

Wenn du als Jugendlicher heutzutage was möchtest, dann hast du schon so viele Tools und Möglichkeiten. Die musst du sehen und wahrnehmen. Hör dir Podcasts an, informiere dich und… dann pack an. Ob deine Eltern dafür sind oder nicht – schau, dass du selber erwachsen wirst und etwas daraus machst. Es ist dein Leben, nicht das Leben deiner Eltern. Führe Kommunikation mit dir selber – wie spreche ich denn eigentlich mit mir?  Wie kommt das bei anderen an? Wenn es dir gut geht, dann geht es auch anderen gut.

„WIR sind die Schöpfer unseres Leben - und wenn wir das einmal kapieren, dann haben wir unser Leben selbst in der Hand.“
Elisabeth Maurischer
Elisabeth Mauracher

Wo siehst du die größte Wachstumsmöglichkeit – jetzt in dieser Zeit?

Dass wir erkennen, dass wir unser Leben selbst in der Hand haben und wir es so gestalten/kreieren können, wie wir es gerne hätten. Dass wir ein neues Miteinander, ein neues WIR schaffen . Es ist eine neue Art, zu leben – sinnerfüllt. Was macht denn Sinn? Was tut mir gut? Was ist nachhaltig? Auf dieser Ebene.

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