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Personalentwicklung Regina Göpfert

Personalentwicklung Regina Göpfert
Lesedauer: 8 Min.

Warum ist Arno Fischbacher ein Vorbild zum Thema BE-RUF!?

Die Antwort erhält man sofort im Dialog mit ihm. Sein BE-RUF! ist Speaker, Trainer, Coach und Autor.
Sehr persönlich, offen und mit Begeisterung erzählt Arno Fischbacher von den unterschiedlichen Stationen in seinem Werdegang. Die Überzeugung für die Sprache ist hörbar, spürbar und authentisch.

Nicht alle Berufe stehen im Lexikon. Sein eigenes Interesse zu entdecken ist der beste Start für die Berufsfindung. Aus dem persönlichen Interesse heraus entwickelt sich rasch das eigene Können und dann beginnt das Abenteuer BE-RUF! von ganz alleine. Bleiben Sie erfinderisch. Arno Fischbacher tut das schon immer. Viel Freude beim Herausfinden und Lesen des Interviews.

Arno Fischbacher, Sie haben einen bemerkenswerten Werdegang. Können Sie uns einen Einblick geben, über Ihren Weg der Ausbildung?

Der war sehr verschlungen. Ein Jahr lang habe ich die HTL in Salzburg besucht, bis ich erkannte, dass mich das nicht glücklich macht.

Also habe ich mich zu einer Lehre zum Goldschmied entschlossen, 1978 legte ich die Meisterprüfung ab, und als wäre das nicht genug, auch noch mit Auszeichnung die Schauspielreifeprüfung in Wien.

Denn schon ab dem 2. Lehrjahr hatte ich an einem Salzburger Theater mitgearbeitet und wurde dort rasch Teil Ensembles. 

 

Mein großes persönliches Engagement beeindruckte so sehr, dass man mich 1978 einlud, die Organisation des Theaters aufzubauen. 

Das tat ich dann auch, halbtags, als allererster Angestellter dieses privaten Theaters. Aus heutiger Sicht war das ein großer Schritt, denn mir mangelte es sehr an Selbstvertrauen. Ich war ein schüchternen junger Mann, jedoch mit Ideen und Fantasie.
Jede unbekannte Aufgabe brachte mich an neue Grenzen, doch ich entwickelte Durchhaltevermögen und 

erkannte, dass man Unterstützung findet, wenn man danach fragt. Nach dem Motto „Learning by doing“ wurde ich so im Lauf der Jahre zu einem geachteten Kulturmanager.  

Dass der Manager auch auf der Bühne steht, mag ungewöhnlich klingen, ist aber heute noch ein Markenzeichen im Schauspielhaus Salzburg. Faszinierende Rollen hatte ich zu verkörpern, spielte von Faust über Hamlet bis Caligula viele große Rollen, auch mit internationalen Regisseuren

Als erster Teilzeit-Angestellter hatte ich 1978 begonnen. Als die Belegschaft 1996 auf 75 Mitarbeiter angewachsen war und das Theater endlich in neue Räume übersiedeln konnte, übergab ich mit 41 Jahren das Unternehmen als Kaufmännischer Direktor an meine Nachfolger.

Die Stimme, mein heutiges Kernthema als Trainer, spielte früh bereits eine wichtige Rolle. Nicht nur als Schauspieler auf der Bühne war sie wesentlich für meinen Erfolg. Denn schon ab dem Ende der 70er Jahre hatte ich begonnen, als Studiosprecher zu arbeiten. Meine Stimme war in vielen Radiosendungen, Werbespots und Tonträgern zu hören. Auch hier war ich gefordert, immer wieder selbstkritisch an mir zu arbeiten. Das Feedback, das man erhält, sagt einem ja meist nur „so nicht!“, aber kaum, wie es besser geht. Wieder war das Motto „Trial and Error“, also experimentieren, lernen und besser machen. Aus der Arbeit im Tonstudio entstand ein großer nächster Schritt: Als Teil eines tollen jungen Teams gründete ich 1998 den Privatradiosender „WELLE 1“. Die aufregende Aufgabe war, das Unternehmen aufzubauen, Investoren zu finden und den Sender „On Air“ zu bringen! Als dann die Lizenz zum Senden auf dem Tisch lag, war meine Arbeit als Projektentwickler getan und ich habe mich in Freundschaft vom Sender getrennt. Da stand ich plötzlich.

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Erfolgreiche Projekte lagen hinter mir, aber mir war in keiner Weise klar, was ich nun beruflich machen soll. Fast zu spät merkte ich, dass ich viele Jahre zu wenig auf mich geachtet hatte und einem Burnout nahe war. Ich musste mir darüber im Klaren werden, was ich eigentlich kann und was ich will, meine Stärken herausfinden. Ich besann mich, dass ich auch früher nachgefragt hatte, wenn ich keine Lösungen mehr sah. Und entschloss mich, noch einmal die Schulbank zu drücken. Ich absolvierte eine zweijährige Trainer- und Coachingausbildung und darf mich heute geprüfter akademischer Wirtschaftstrainer nennen.

Ja, mir wurde früh die Wichtigkeit vom Netzwerken bewusst und dass man nicht gegeneinander arbeiten soll, sondern miteinander. Nachfragen ist etwas ganz Wichtiges, man kann nicht alles selbst können. Das Geben und Nehmen im Austausch mit jeweils Besseren hat mir in meinem Leben sehr viele Wege aufgezeigt.

Für mich standen in meiner Übergangszeit viele Berufswege offen. Ich hätte mich im Non-Profit-Bereich engagieren können, als Interimsmanager oder im strategischen Marketing bei Agenturen tätig werden können. Als Coach und Trainer zu arbeiten war anfangs als Berufsbild nicht auf meinem Schirm. Dies wurde mir erst nach dem vielen wertschätzenden Feedback von Kolleginnen und Kollegen während meiner Trainerausbildung bewusst, welche viel mehr in mir und in meinem Auftreten sahen als ich selbst.

Ich habe während der Ausbildung kleine Projekte gemacht, wie beispielsweise Marketingkonzepte oder Sprachaufnahmen in Tonstudios. Dennoch musste ich in dieser Zeit meine Kosten dramatisch reduzieren. Am Schlimmsten war für mich in dieser Zeit das „Nicht-Arbeiten“, ich war hohen Druck gewohnt und große Hektik. Ganz langsam gelang es mir, zur Ruhe zu kommen. Daraus entstand eine ganz neue Kraft.

Sehr viele Kolleginnen und Kollegen geben gute Ratschläge bezüglich Auftreten und Stimme. Sie gehen davon aus, dass ausreichendes Üben zum Ziel führt. Das funktioniert zwar ohne Zweifel, benötigt aber allzuviel Zeit und konsequente Selbstüberwindung. Dabei entsteht aber nur ganz wenig eigener Gestaltungwille, mein Ansatz ist deshalb ein anderer. Ich finde es essenziell, in meinen Teilnehmern und Coachingkunden die Neugier und die Lust zu wecken, mutig neue Erfahrungen zu machen und die immer wieder Lösungen selbst zu erleben. Jeder der durch meine Finger geht, soll nicht abhängig von mir bleiben, sondern selbst in der Lage sein, seine Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

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